Wort zum Sonntag (VII) – Wissenschaft und Kirche

„»Die große Leistung der Wissenschaft war, die Welt soweit zu vereinfachen, dass wir sie verstehen können. Durch die großen Erfolge der Wissenschaft und der Technik in den letzten 150 Jahren ist es aber zu diesem verheerenden Missverständnis gekommen, dass wir die Vereinfachung mit der Wirklichkeit selbst verwechseln.«

Was die Wissenschaft braucht, ist Demut und die Bereitschaft, sich auch wieder zu »wundern« und sich neuen Wegen zu öffnen. Ich muss allerdings auch sagen, dass mir sehr viele Wissenschaftler und auch Mediziner begegnet sind, die sich dessen absolut bewusst sind. Es ist ein kleiner Kreis von Orthodoxen, die sehr laut schreien und versuchen, alle »ketzerischen« Umtriebe in der Wissenschaft im Keim zu ersticken. Die Mainstream-Wissenschaft agiert in vielen Bereichen ja fast wie die katholische Kirche vor einigen hundert Jahren. Der Physiknobelpreisträger Brian Josephson hat mir sinngemäß gesagt: Die haben ihren heiligen Schriften, die peer reviewed Journals, wo eine kleine Elite von »Geistlichen« über Wahrheit oder Unwahrheit entscheidet. Und wer es wagt, etwas anderes öffentlich auszusprechen, wird »exkommuniziert«.“

(aus: Tattva Viveka, P.A. Straubinger, Am Anfang war das Licht)

Ein Gotteshaus für alle in Berlin

Wenn das nicht mal ein Schritt nach vorne ist! Ohne selbst einer eingetragenen Glaubensgemeinschaft besonders nahe oder näher als einer anderen zu stehen, finde ich es beeindruckend, was in Berlin entstehen wird:

Auf dem Petriplatz (in Berlin) entsteht etwas Neues: ein Gotteshaus, das die drei monotheistischen Religionen Judentum, Islam und Christentum gemeinsam konzipieren, bauen, verantworten und betreiben, ohne ihre je eigenen Identitäten zu vermischen.

Ein Gotteshaus, das für die drei Religionen drei getrennte Sakralräume für das je eigene gottesdienstliche Handeln und einen gemeinsamen Bereich für Gespräch und Lehre enthält. Ein Gotteshaus, das dem wachsenden Bedürfnis nach einem Miteinander von Menschen unterschiedlicher religiöser oder weltanschaulicher Prägung auch in räumlicher Hinsicht gerecht zu werden versucht. Initiiert werden soll damit eine positiv ausstrahlende religiöse Diskussion in unserer Stadt.

(Quelle: http://bet-lehrhaus-berlin.de/) Mehr

Bist Du gläubig? – Ja, Gott ist doch naturwissenschaftlich beweisbar!

Viel öfter sehen Antworten aber eher so aus:

„Äh … ja, also nein, ich bin ausgetreten, aber ich glaub schon an was …“  solche und ähnliche herumdrucksende Antworten hört man doch oft oder gibt man doch auch selbst. Ich finde dabei interessant, dass vor allem bei jüngeren Menschen fast ein wenig Schamgefühl mitschwingt. Es ist fast ein bisschen peinlich, wenn vielleicht jetzt auch noch Freunde dabei sind, einzugestehen, dass man gläubig ist, an Gott glaubt, katholisch, evangelisch oder sonst was ist. Und für ein langes Plädoyer über Spiritualität hat man sowieso auch keine Zeit, denn die Frage ist oft eher rhetorisch.

„Nein, wirklich nicht, ist doch alles Blödsinn und bin auch jetzt ausgetreten“ ist die überzeugtere Version.

„Glauben tun doch nur alte Leute, oder Spinner, sieht man doch, wenn man in die Kirche geht.“

Und dann gibt es Menschen wie mich, die bei der Frage auch immer so ein schlechtes Gefühl bekamen, denn ich hatte seit etwa meinem zwölften Lebensjahr immer mehr Schwierigkeiten mit der Religion in der Form, in die ich erzogen wurde. Damit meine ich nicht nur die Vorstellung eines Gottes mit Rauschebart auf einem  Thron sitzend, sondern allgemein die starke Regulierung, die Vorschriften für die Gläubigen, die es da gab und an die man sich halten mußte. Ablauf einer Messe, Lithurgie, Aufstehen, Niederknieen, Beten, fünf Vater Unser und acht Gegrüßtet seist du Maria. 13 Gebete im Knieen und die Dummheiten der letzten zwei Monate sind vergeben, coole Sache.

Irgendwie hatte mir das schon als Kind und Jugendlicher immer etwas zu menschliches, rein intuitiv und daher wundert es mich auch nicht, wenn immer mehr Kinder und Jugendliche ablehnend zu Kirche und Religion stehen.

Ich fühle in den westlichen Ländern eine starke Tendenz weg von der Kirche, in vielen anderen Bereichen der Welt eine Tendenz hin zu Religionen. Während Sie im Westen durch eine sinnentleerte Gläubigkeit an die Naturwissenschaft  ersetzt wurde, meine ich in der arabischen Welt eine starke, damit verbundene Ruhigstellung und Beeinflussung der Menschen wahrzunehmen.

Nun gefiel und gefällt mir weder das eine, noch das andere.

Die Konzentration auf Naturwisschenchaft, Wirtschaft, Konsum führte zu den Zuständen, wie wir sie gut kennen, Arbeitswahn, sinnentleerte Tätigkeiten, immer Mehr wollen, Krankheit durch Arbeit, Depressionen, Burn-Out, Herzinfarkt, Ende.

Der starke Kodex an Vorschriften im Koran (oder zumindest wie er von einigen Führern ausgelegt werden kann und wird) führte, zusammen mit wirtschaftlicher Ausbeutung vieler Länder durch den Westen,  zu menschlichen Marionetten, die leicht beeinflussbar sind. Mit Spiritualität haben beide Kirchen und Wege wenig zu tun.

Besonders das Christentum scheint mir ja auch, besonders in der Form ihrer „Uncut“-Version des Katholizismus nur mehr damit beschäftigt zu sein, sich gegen Missbrauchsverwürfe verteidigen zu müssen, die Dabatte um Kondome und den Zölibat – hier wird wiederum auch von den Medien stark auf drei, vier Punkte reduziert, ähnlich wie man über die Zeugen Jehovas immer nur weiss, dass sie missionieren sollen und keine Blutspenden annehmen dürfen.

Jede Handlung, die ich setze, kann sinnvoll sein, weil sie Ergebnis meiner Überzeugung ist oder rein auf einer undurchdachten vorgefertigten Regel basieren.

Mein Weg

Und dann begann ich so Mitte der Achtziger Jahre zu lesen, viel zu lesen, damals war spirituelle, esoterische Literatur, Büche über fremde Religion bei weitem nicht so leicht erhältlich, ja, im Grunde gab es sie kaum. Während heute schon ganze Abteilungen in Buchhandlungen zum Thema Esoterik, Lebenshilfe, Spiritualität farbenfrohe Bücher zeigen, war es damals ein kaum vorhandener Markt.

So begann es langsam: Autogenes Training, Tao-te-king, bisschen Hesse, Siddharta, Thorwald Detlefsen, Das senkrechte Weltbild, langsam kamen die Autoren in Schwung, mein Weltbild wankte, schwankte, mal ganz verwurzeltt in der Erde, der damals aufkommenden Tekkno-Szene fröhnend, dann wieder nach der Erkenntnis suchend.

Gott ist naturwissenschaftlich beweisbar

Selbst eine naturwissenschaftliche Ausbildung in der Schulzeit genießend, Mathematik, Physik, Chemie – interessant, Spiritualität ebenso interessant, irgendwie meinte ich aber immer die Meinung zu spüren, das eine ist mit dem anderen nicht vereinbar, die Welt meint, man muss naturwissenschaftlich arbeiten, da gibt es keinen Platz für Glaube, für Gott, für Sinn – wie die Moleküle verschmelzen sollen wir erforschen, aber warum daraus ein geistiges Wesen entsteht, sollen wir nicht hinterfragen. (Das wäre zwar dann schon Aufgabe der Theologie und Philosophie, aber die sind halt nicht naturwissenschaftlich!)

Ohne einen genauen Zeitpunkt nennen zu können, war mir aber sehr bald intuitiv klar, Naturwissenschaft und Spiritualität sind keine Gegensätze; wie ich auch merkte, war dies den meisten großen Geistern von den alten Griechen, Ägyptern, Goethe, Einstein, Planck und hunderten anderen sehr klar, wurde aber nur immer stark in den Hintergrund gedrängt oder ignoriert und erst die Gesellschaft des zwanzigsten Jahrhunderts brachte diese strikte, fast schon diktatorisch strenge Unterteilung in ein Entweder-Oder mit sich.

Nun wird aber gerade durch die Physik, die Quantenmechanik immer mehr klar, dass die Dinge nicht so sind, wie sie bisher zu sein schienen, der Paradigmenwechsel ist bereits vollzogen, aber es dauert, bis die Menschen es akzeptieren, besonders die Naturwissenschafter an der Front scheinen da momentan sehr träge zu sein.

Ich behaupte mal provokant

  • Leben ist nicht zufällig entstanden (Es gibt planende Energien, Wesen)
  • Bewusstsein ist unendlich, somit sind Geburt und Tod nur Übergange (Inkarnation)
  • Krankheit entsteht nicht zufällig, sondern ist sinnhaft (kausale Ursache – Wirkung)
  • Gott ist eine Bewusstseinform, eine Energieform und es gibt einige dazwischen

und ich behaupte weiter, dass sich diese Behauptungen naturwissenschaftlich beweisen lassen, zumindest theoretisch, denn fraglich bleibt, ob wir als dreidimensionale Wesen, je alles verstehen werden können, was in mehrdimensionalen Bereichen sich ereignet.

Aber Spiritualität und Wissenschaft sind keine Widersprüche.

Zum Schluß ein Zitat:

Medizin ist eine angewandete Naturwissenschaft, die sich vor allem auf die Fachgebiete Chemie, Pharmazie und Biologie stützt. Und weil Quantenphysik in diesen Disziplinen eine große Rolle spielt, sollte sie auch Teil der Medizin sein. Doch genau das ist in den Köpfen der meisten Mediziner noch nicht angekommen. Nun gibt es ein Nichtwissen, das entschuldbar ist. Ungünstiger wirkt sich jedoch das weitverbreitete „dogmatische Nichtwissen“ aus, jenes vermeintliche Wissen, das auch dann noch als unantastbar vertreten wird, wenn sich das vertraute Weltbild, auf dem es basiert, längst als falsch herausgestelllt hat und bereits gründlich revidiert wurde.

(aus Warnke:  Quantenphilosophie und Spiritualität, 2011)

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