Wort zum Sonntag (III) – Das Kalam-Argument

Erst kürzlich habe ich in einem Artikel dargelegt, warum das rein materialistische Weltbild nicht mehr haltbar ist und eine zu eingeschränkte Betrachtsungsweise wiedergibt. Es verhält sich damit ähnlich wie die Newton’sche Physik zur Erkenntnis der Raumzeit – die Newton’sche Physik war nicht grundlegend falsch, aber eben nur eine Näherung der Wirklichkeit, wenn Geschwindigkeiten klein sind und keine Bedeutung haben, um auf die zeitliche Dimension zu wirken.

Ebenso wird sich zeigen, dass die aktuelle Erkenntnis eine Näherung an ein darüberstehendes Modell ist, wenn die Zeit eine Rolle spielt (vergeht). Im Bereich ausserhalb der Raumzeit werden sich höhere Dimensionen zeigen, die das widerspiegeln was die Menschheit seit jeher als das Göttliche, das Seelische, das Spirituelle erkannt hat.

In einem Interview des Journalisten Lee Strobel mit dem Kosmologen Dr. William Lane Craig erklärt dieser die Bedeutung des Kalam-Arguments für den Nachweis eines Schöpfers (Indizien für einen Schöpfer – Ein Journalist im Spannungsfeld von Evolution und Schöpfung, Lee Strobel, GerthMedien, 2005, S129ff). Ich ordne es unter die Gottesbeweise im Bereich der logischen Argumente.

Das Kalam-Argument besteht aus drei einfachen Schritten:

  1. Alles, was zu existieren beginnt, hat eine Ursache.
  2. Das Universum hat zu existieren begonnen.
  3. Deshalb hat das Universum eine Ursache.

(Be)Deutung

Für Atheisten war lange das Argument, dass das Universum zu existieren begann, der Kritikpunkt. Nun hat sich aber gezeigt, dass das Universum (im materiellen Sinn) nicht ewig existierte und einen Anfang hatte. Letztendlich ist damit der Beweis zwingend und konnte bisher nicht widerlegt werden. Der Urknall in irgendeiner Form wird derzeit von (nahezu) allen akzeptiert. Versuche das Urknall-Modell so zu modellieren, dass man eine göttliche Ursache wegargumentieren kann, gibt es – auch Stephen Hawking versucht es, macht sich damit aber mE. unglaubwürdig und scheitert auch an Ockhams  Rasiermesser, indem eine einfache Theorie unnötig verkompliziert wird.

Sonst grenzte es nämlich an Zauberei, wenn ich behaupte es entsteht etwas urplötzlich aus dem Nichts, grundlos. Und eine Ursache eines vierdimensionalen, materiellen Universums kann wohl nur in einer Dimension gesucht werden, welche die Macht und die Kraft hat, so etwas zu verursachen.

Advertisements

Ein Kommentar (+deinen hinzufügen?)

  1. Dr. Günter Bechly
    Feb 22, 2013 @ 16:25:21

    William Lane Craig ist kein Kosmologe, sondern ein christlicher Theologe und Philosoph, der vor allem bekannt ist durch seine apologetischen Beiträge zur Natürlichen Theologie (Gottesbeweise), durch seine Website „Reasonable Faith“, sowie durch seine öffentlichen Debatten mit Atheisten, aus denen er auf Grund seiner fundierten Kenntnisse und rhetorischen Begabung fast immer als „Sieger“ hervorgeht.

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bitte E-Mail-Adresse bekanntgeben um Benachrichtigungen bei neuen Beiträgen via E-Mail zu erhalten

Schließe dich 51 Followern an

%d Bloggern gefällt das: