Die Mär vom materialistischen Weltbild und eine Kritik am „kritischen Denken“

Im Anfang war Spiritualität selbstverständlich …

Seit Menschengedenken war ein festes Wissen um die Nichtmaterialität des ursprünglichen Seins (Gott, Geistseele, Bewusstsein, …) fester Bestandteil aller Völker und Stämme dieser Erde. Dieses Wissen kam nicht von irgendwo, sondern durch Introspektion. Alle spirituellen Lehrer kamen letztendlich zum gleichen Schluß, haben es in Träumen, durch Erleuchtung erfahren, festgehalten und weitergegeben. Diese Menschen waren immer ein kleiner Teil der Gesellschaft, aber Ihnen wurde immer höchste Anerkennung zu teil.

… und wurde für die Menschheit festgehalten, ….

Diese Weisheit wurde in zahlreichen Werken festgehalten, in den Upanishaden, den Veden, der Kabbala, dem Tao-te-King, der Bibel und in zahlreichen weniger bekannten Schriften und in mündlicher Überlieferung.

 … was zu menschenbedingten Verzerrungen führte, …

Oft kam es zu Verfremdungen und zu sehr kindlichen Vorstellungen, die aber durchaus von Nutzen waren, da letztendlich die Vorstellung über das eigene göttliche Sein, die Erfahrung des Höheren Selbst nicht jedem Menschen möglich war, nicht weil sie prinzipiell dazu nicht fähig sind, aber es kann nicht Aufgabe aller Menschen sein, sich damit zu beschäftigen. Ebenso wie es Spirituelle gibt, muss es Künstler, Handwerker, Krieger, Bauern und andere Gruppen geben, die gemeinsam zum Leben in einer Gesellschaft beitragen. Eine einfache Vorstellung vom Göttlichen hilft uns, Dinge anschaulich zu verstehen, dass diese Bilder sich verselbständigen und zu starren Regeln führen können, war nicht die usrprüngliche Absicht. Manche Religionen dienten nicht dem spirituellen Ideal nach bedingungsloser Liebe, was aber die Grundidee der Spiritualität allen Seins nicht widerlegt.

… die aber auch durch die Aufklärung, …

Das Zeitalter der Aufklärung in Europa zertörte zum Teil viel von diesem Wissen, oder drängte es vorerst in den Hintergrund. Andere Dinge schienen plötzlich wesentlicher. Man erkannte das Universum, die Welt der Materie in tieferem Detail. Dies war ein grosser Fortschritt und ein Meilenstein in der Menschheitsgeschichte. Die Tatsache, dass damit manche Vorstellungen einer Kirchenlehre sich anders darstellten, als angekündigt, ließ manche Menschen annehmen, dass auch die Grundlagen des geistigen Jenseits falsch sind.

… die bis heute zur Perversion an die Spitze geführt wurde …

Der Gott des Katholizismus, der Gott aus dem Alten Testament wurde offensichtlich mehr und mehr als Märchen entlarvt und für überflüssig erklärt. Die Spitze dieser Entwicklung ist derzeit in der Ideologie des reinen Materialismus erreicht. Getrieben von vermeintlicher Wissenschaftlichkeit, die sich rein auf materielle Geschehnisse beschränkt, wird damit versucht jegliche Theorie, die Vorstellungen jenseits der materiellen Welt ins Spiel bringt, von vornherein als unwissenschaftlich abzuwürgen. Mit akribischen Eifer versuchen Gläubige dieses Weltbildes auf Grund Ihrer Sicht der Dinge, welche die einzig logische und rationale sein soll, andere Ansichten von vornherein als gegenstandslos zu klassifizieren.

… und bedrohliche Ausmaße annimmt, …

Die Anhänger dieser Gruppen tarnen sich oft als Humanisten, Atheisten und Rationalisten, verschanzen sich  hinter vermeintlicher Wissenschaftlichkeit und üben zunehmend starken Einfluss aus, der durchaus gefährliche Ausmaße annimmt. Dies soll nicht bedeuteten, dass aufrichtiger Humanismus, Rationalismus oder Atheismus schlecht ist, wenn er sich als Ideologie zu erkennen gibt und in guter Absicht handelt.

… nicht gegenstandslos geworden ist …

Gefährlich und bedrohlich erachte ich an dieser Situation inbesondere folgendes: es wird versucht eine Ideologie, ein Weltbild als einzig mögliche Wahrheit zu verkaufen, deren Widerlegung zu beweisen ist. Daran wäre, abgesehen von der Tatsache, dass Gruppierungen, die behaupten, die einzig mögliche Wahrheit zu besitzen immer skeptisch zu brachten sind (typisch für Sekten), wenig einzuwenden. Problematisch und gefährlich macht es aber der Umstand, dass nicht eingestanden wird, dass es sich um eine Ideologie, ein Weltbild handelt, dass es eine Glaubensposition widerspiegelt, sondern man sieht den eigenen Standpunkt als rational, aufgeklärt, humanistisch und ein solches materialistisches, atheistisches Weltbild als einzig möglich.

… sondern ist Gott und Spiritualität heute aktueller denn je …

Noch problematischer macht des die Tatsache, dass die Indizien zunehmend nicht für ein materialistisches Weltbild sprechen, sondern im Gegenteil für eines, das jenseitige, nicht materielle, geistige Ebenen zulässt. Würde man diese durch eine Theorie zulassen, würden sich viele Fragen der Wissenschaft plausibler lösen lassen. Solche Theorien existieren: eine physikalische Theorie vom Jenseits, werden aber ignoriert – aus ideologischen Gründen mit der Ausrede auf die mangelnde Wissenschaftlichkeit. Das Bild des Kampfes dieser Gruppierungen gegen neue Ideen wirkt wie jenes des Vatikans, als man versuchte das heliozentrische Weltbild zu bekämpfen, bis es eines Tages nicht mehr länger möglich war.

Indizien und Beweise finden sich auch als Artikel in diesem Blog, mit Verweisen auf andere.

Wissenschaftlichkeit, Logik und Rationalität …

Oft wird auch als Grundlage Rationalität und Logik behauptet. Dies ist besonders dann interessant, wenn es um die Vorstellungen über Schwarze Löcher, die Raumzeit, die Quantenmechanik, den Urknall oder sogar die Zeit vor dem Urknall geht. All diese Phänomene mögen wir versuchen uns vorzustellen, in Theorie packen, aber sie können uns nicht rational, logisch, als nur so vorstellbar verkauft werden. Es sind Phänomene, die weit über unser Vorstellungsvermögen hinausgehen und sich daher gewisser Logik und Rationalität prinzipell entziehen, weil diese Begriffe rein menschliche Vorstellungen als Grundlage heranziehen.

… sind wichtig, aber nicht unbegrenzt anwendbar …

Natürlich kann man versuchen gewisse Grundsätze der Logik und schlüssiger Argumentation auch hier anzuwenden, sich aber darauf zu berufen, was logisch und rational war in den ersten drei Sekunden nach dem Urknall, vor dem Urknall, welche Möglichkeiten sich durch die Existenz einer Raumzeit ergeben oder nicht, oder durch quantenmechanische Effekt, davon kann man zwar philosophieren, man muss aber Respekt vor der Sache und Andersdenkenden behalten.

… und kann zu bedrohlichen Tendenzen führen …

Im Rahmen dieses Weltbildes treten Vereinigung wie die GWUP, Gesellschaft für kritsches Denken, Atheistenblogs, „Scienceblogs“, diverse private Blogs auf, die häufig die Worte kritisch, Aufklärung über Paraphänomene beinhalten, aber auch Ärzteseiten und Seiten, die Esoterik angeblich kritisch hinterfragen, auf. Von kritischem Denken ist dort meist nichts zu spüren, eher von ideologischer Hetze und Einfältigkeit, dem Versuch freies Denken einzuschränken und im Rahmen der Rettung der Welt, dies auch möglichst öffentlichen Einrichtung nahelegen, in ihrem Sinne zu handeln, würde sich der Staat doch sonst schuldig machen, mit Steuermitteln alternative Gedanken zu unterstützen. Tückisch daran ist noch, dass viele dieser Institutionen sogar nach außen hin sich interessiert an Aufklärung von bisher unerklärlichen Phänomenen geben, bei genauerer Betrachtung aber nur zu Abwehr, Spott und Hohn als Mittel zur Tat greifen. „Aufklärung“ gegen Abzocke, Scharlatanerei ist immer angebracht, aber hier wird sehr einseitig vorgegangen, denn gegen Industrie und Wirtschaft, die uns mit unnötigen, überteuerten, umweltschädigenden Produkten und Dienstleistungen überhäuft, wird geschwiegen und meist sogar noch mit positiven Worten bedacht.

… deren Höhepunkt hoffentlich überschritten ist …

Hiermit will ich zu kritischem Denken anregen, nicht Wissenschaftlichkeit kritisieren, doch wahre Wissenschaft zeichnet sich durch Interesse an Neuem, durch einen offenen Geist, durch Miteinander aus und nicht durch Verhöhnung, Verspottung und Arroganz, und schon gar nicht durch die Meinung im Besitz der Wahrheit zu sein. Dies hat sich im Verlauf der Geschichte des öfteren als Irrtum erwiesen und war immer von Regimen ausgegangen, in den wir alle nicht mehr leben wollen.

Übermorgen folgt ein „Wort zum Sonntag“ über das Kalam-Argument.

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Ein Kommentar (+deinen hinzufügen?)

  1. Stefan Wehmeier
    Aug 25, 2012 @ 22:03:47

    Spiritualität

    Spiritualität im weitesten Sinne ist die Fähigkeit, etwas noch nicht Existentes vorzudenken, bzw. sich davon – ein möglichst umfassendes – „Bild zu machen“. Religion ist die Negation davon. Sie raubt dem unbewussten, noch nicht aus dem geistigen Tod auferstandenen Kulturmenschen den Mut, das Unvermeidliche zu sehen, und nimmt ihm die Phantasie, das Wesentliche zu erkennen.

    Die Religion führt zu den beiden Risiken der Prophezeiung, dem Mangel an Mut und dem Mangel an Phantasie, die Arthur C. Clarke in „Profile der Zukunft“ wie folgt beschrieb:

    „Mangelnder Mut scheint der verbreitetere Fall zu sein. Er tritt ein, wenn der angebliche Prophet, sogar wenn ihm alle relevanten Fakten vorliegen, nicht sehen will, dass sie unweigerlich nur eine einzige Schlussfolgerung zulassen.“

    „Die zweite Art des prophetischen Versagens ist weniger tadelnswert und wesentlich interessanter. Sie tritt auf, wenn alle verfügbaren Fakten richtig eingeschätzt und geordnet werden – wenn aber die wirklich wesentlichen Fakten noch nicht entdeckt sind und die Möglichkeit ihrer Existenz ausgeschlossen wird.“

    Die Religion (Rückbindung auf künstliche Archetypen) war für alle Kulturvölker solange erforderlich, wie das Wissen noch nicht zur Verfügung stand, um die makroökonomische Grundordnung, deren Qualität den Grad der Zivilisiertheit bestimmt, so einzustellen, dass es automatisch das Beste für alle bedeutet, wenn jeder Einzelne nur das Beste für sich anstrebt (konstruktive Verbindung von Individual- und Sozialprinzip):

    http://www.deweles.de/intro.html

    Antwort

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