Wenn Arznei krank macht!

Solche und ähnliche Artikel und Erkenntnisse sind es, die immer mehr Menschen kritisch gegenüber der herkömmlichen Medizin machen.

Hier handelt es sich sogar nur um „einfache“, lange bekannte Präparte wie Aspirin und Paracetamol:

Olympiamannschaften karren sie in großen Mengen zu Wettkämpfen, auch in der Hausapotheke haben sie ihren festen Platz: Aspirin, Paracetamol oder Ibuprofen gelten noch immer als harmlose Schmerzlinderer. Experten bereitet der sorglose Umgang mit den Medikamenten Kopfweh. Sie fordern Rezeptpflicht.

Einerseits ist es der bewusst oder unbewusst sorglose Umgang mit solchen Mitteln, aber im Gegensatz zur Homöopathie und anderen alternativen Heilverfahren (denen man oft Nichtwirksamkeit vorwirft, die meines Erachtens nicht gegeben ist, aber darum geht es hier gar nicht.) sind hier die Nebenwirkungen die Gefahr.

Hier zeigt sich, dass die Mittel der Pharmamedizin wohl wirken, aber meist eben nicht heilen. Sie bekämpfen Symptome, aber bereits bei geringfügiger Mehreinnahme haben sie kurzfristig bis mittelfristig tödliche Wirkungen. Aber selbst die Symptome werden ja oft nicht einmal bekämpft! Wer kennt das nicht, dass man Kopfweh hat und zwei Tabletten nimmt und es wird immer noch nicht besser!

Brune ist Sachverständiger des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Um Menschen im sorglosen Umgang mit Aspirin und Paracetamol wachzurütteln, soll ein Ausschuss Empfehlungen abgeben, wie mit rezeptfreien Schmerzpillen künftig umgegangen wird. Ginge es nach Brune, wären Paracetamol oder Aspirin schon längst verboten oder zumindest rezeptpflichtig. Im Ausschuss sitzen aber auch Vertreter der Industrie, deshalb sieht es derzeit so aus, als komme ein Kompromiss: Schmerzpillen sollen in der Verpackungsgröße auf eine Viertagesdosis beschränkt werden, um Menschen für Risiken zu sensibilisieren. Entscheiden muss das Gesundheitsministerium.

Klar, der Industrie geht es nicht ums Heilen, sondern nur um Umsatzwachstum – und hier sind wir wieder beim bekannten Problem. Und dass dem nur bei Aspirin und Paracetamol so ist, darf man wohl bezweifeln. Bei „schwereren“ Krankheiten geht es wohl noch mehr ums Milliardengeschäft. Der kranke Mensch interessiert dabei niemand.

Auch die Risiken von Ibuprofen oder Diclofenac – neben Magenblutungen auch Herzinfarkte – werden allen Beipackzetteln zum Trotz noch immer systematisch unterschätzt. Besonders kritisch beäugt werden Kombipräparate. Sie trügen oft eine Mitschuld an einer Schmerzmittelüberdosis. Pharmakologe Brune rät dringend ab: „Sie addieren selten die positiven Effekte, dafür die Risiken der einzelnen Wirkstoffe“, sagt er.

Und langfristig macht Paracetamol auch keinen schlanken Fuss:

Es gibt Studien, die zeigen, dass Kinder die als Säuglinge Paracetamol verabreicht bekamen, später besonders häufig an Asthma erkranken.

Aber es gibt ja die tollen randomisierten, placebobasierten Doppelblindstudien als heilige Kuh. Wirken tut das Zeug dann nachweislich (teilweise zumindest), nur HEILEN tut es (meist) nicht.

Quelle: N-TV – Schmerz lass nach! Wenn Arnzei krank macht

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5 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Mechthild Mühlstein
    Jul 23, 2012 @ 08:34:23

    Die wirkung von salycilsäure ist schon lange bekannt. Ich habe ein über hundert jahre altes wissenschaftliches medinzinbuch, in welchem sehr hart mit der wirkung umgegangen wird.

    Es geht um einen stoff, der traditionell zur schmerzbekämpfung aus weidenrinde gewonnen wurde – im grunde genommen ein glück, daß es möglich ist, etwas derart sinnvolles zu synthetisieren.

    Das zeug ist ein gut erforschtes, extrem wirksames schmerzmittel, welches man aber nur (wie jedes andere medikament auch), nach ärztlichem rat einnehmen sollte – man hat ungefähr vier stunden wirkung – und vier tage »nebenwirkung«.

    Mal bei plötzlichem kopfschmerz eine »Aspirin« einwerfen macht nicht krank, sofern man nicht allergisch ist. Bei permanent aufretendem »druck im kopf« sollte man sich einen wissenschaftlichen neurologen suchen.

    Ausdrücklich weise ich drauf hin, daß derartige schmerzmittel bei empfindlichen menschen magen- und darmbluten auslösen können, die im schlimmsten falle zum tode führen können.

    Antwort

    • Violet Teki
      Jul 23, 2012 @ 09:12:24

      Ja, so nehme auch ich Schmerzmittel, inbesondere auch Aspirin, das laut meinem ehemaligen Professor fuer organische Chemie, sogar gesund sein soll, und er war ein grosser Skeptiker in diesem Bereich. so koennen wir auch stolz und dankbar fuer so manches Medikament sein, aber es geht vor allem um den staendigen Gebrauch aund beginnenden Missbrauch und der Tatsache, dass es nicht heilt, sondern nur die Symptome bekaempft. Immer wieder Kopfweh zu haben, hat dann sicher seinen Grund …. und der liegt dann wohl oft zuerst auf der psychischen Ebene …

      Antwort

  2. Mechthild Mühlstein
    Jul 23, 2012 @ 10:24:16

    Nein, dauerhafte kopfschmerzen darf man unter keinen umständen allein als »psychisches« problem abtun.

    Das kann durchaus körperliche ursachen haben – ein guter freund, der fortwährend kopfschmerzen hatte, bekommt demnächst den hirntumor operiert.

    Antwort

    • Violet Teki
      Jul 24, 2012 @ 12:11:31

      Nein, so wars auch gar nicht gemeint. Oft deuten halt haeufige Kopfschmerzen schon Probleme an, die gottseidank nicht immer gleich Tumore sein muessen. Ueberarbeitung, Stress, die ganze nicht artgerechte Haltung der Menschheit. Ein Tumor ist dann schon ein so fortgeschrittenes Krankheitsbild, dass auch meiner Meinung nach mit alternativen Heilmethoden wenig auszurichten ist, aber in vielen Faellen kann die Chirurgie auch nicht mehr viel ausrichten.
      Alles Gute jedenfalls fuer Ihren Freund.

      Antwort

  3. Trackback: Ein Plädoyer für die Alternativmedizin! Nebenwirkung Tod: Ein Pharmamanager erzählt | Gesellschaftswandel

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