Die Tore zum Verständnis der Astrologie (I)

Wie im Grundlagenartikel zur Astrologie aufgezeigt, geht der Weg zum Verständnis der Astrologie durch 12 Tore, deren erste wir uns nun genauer ansehen wollen:

Tor Eins: Die Schöpfung – Ursprung und Tierkreis

Über den Ursprung, wie alles begann, müssen die Naturwissenschaften schweigen. Allerhand Vermutungen und Wahrscheinlichkeiten gibt es reichlich, aber keine voll überzeugenden, nachprüfbaren, meßbaren Beweise, wie das Weltall entstand, woher es kam und wohin es geht. All die Theorien vom Urknall, von der ständigen Expansion führen uns kaum weiter.

Da ist die Antwort der Esoterik auf die Frage nach der Entstehung unseres Planetensystems und des Weltalls schon etwas aufschlussreicher. Als Quelle dient die Bibel, die voll esoterischer Erkenntnisse ist, und nicht, wie leider oft vermutet wird, naturwissenschafterlicher oder exoterischer Lehren. Diesen Anspruch stellt die Bibel nicht.

„Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“,

Ursprung für dieses Schaffen war Gottes Wort. Die Verfasser des Alten Testaments gingen immer davon aus, dass die Bewegungen und Veränderungen am Himmel tatsächlich so sind, wie sie sich dem Augenschein darstellen, es geht daher immer um eine Sicht.

„… und es war finster in der Tiefe, und Gottes Geist schwebte auf dem Wasser.“

Wasser steht noch heute als Symbol für den Ursprung alles Lebens – etwa auch in der Psychologie in der Traumanalyse, wo Wasser für Leben steht, wenn Gottes Geist dieses Wasser belebt.

„Es werde Licht. Und es ward Licht.“

So sprach Gott und das Dunkle war also der Ursprung und das Licht das Ziel. Die Gegensätze von Dunkel und Hell waren also stets vorhanden, womit wir ein Urgesetz der Esoterik berühren, das der Polarität, der Gegensätze.

„Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte der Nacht.“

Damit wird die Sonne als Licht identifiziert, da die Sonne allein den Tag bringt.

„Es wurde Abend, und es wurde Morgen. Dann sprach Gott: Ein Gewölbe entstehe mitt im Wasser und scheide Wasser von Wasser .. und Gott nannte das Gewölbe Himmel.“

Es war also einst nur Wasser vorhanden und das Wasser wurde geschieden, das Wasser der Erde und das Wasser des Weltalls. Am Tag also schuf Gott die Welt, dann, wenn  die Schöpferkraft, die Sonne, das Licht spendet.

„Das Wasser unterhalb des Himmels sammle sich an einem Ort, damit das Trockene sichtbar werde, denn … das Trockene nannte Gott Land, und das angesammelte Wasser nannte er Meer. Dann sprach Gott: Lichter sollen am Himmelsgebäude sein, um Tag und Nacht zu scheiden. Sie sollen Zeichen sein und zur Bestimmung von Festzeiten, von Tagen und Jahren dienen; sie sollen Lichter am Himmelsgebäude sein, die über die Erde hinleuchten.“

Eine klare Aufforderung, nach den Lichtern die Zeit herauszufinden und einen Kalender zu schaffen. Dies war uns ist im Prinzip Ausgangspunkt für die Astrologie, denn daraus schufen die Priester aus dem Rhythmus der Lichter die Zeitgesetze, die Grundlage der astrologischen Erfahrungsgesetze.

„Gott machte die beiden großen Lichter, das größere, das über den Tag herrscht, da kleinere das über die Nacht herrscht, auch die Sterne. Gott setzte die Lichter an das Himmelsgewölbe, damit sie über die Erde hin leuchten, über Tag und Nacht herrschten und das Licht von der Finsternis scheiden. Gott sah, dass es gut war.“

Dann ein kleiner Sprung:

„Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild.“

Das „unser“ deutet auf mehrere Schöpfungskräfte und diese Abbilder bekommen Aufgaben.

Und nachdem die Menschen nicht vom Baum des ewigen Lebens, sondern vom Baum der Erkenntnis aßen, mussten sie sterben, was Körper und Geist, nicht aber die Seele betraf. Diese Seele stirbt nie, was aber körperlich und intellektuell stirbt, ist aus dem Paradies vertrieben.

Sonne und Mond und deren Symbolik  – der Weg zu den Tierkreisabschnitten

Gott und Mensch, Himmel und Erde, waren also fest verbunden und so lernten die Menschen zu den Lichtern am Himmel zu blicken und Rat zu holen. So sahen Sie im Licht des Tages das Schöpfungslicht und das Licht der Nacht, welches eher dem Menschen entsprach. Denn der Mond wuchs wie der Mensch und starb wie der Mensch, aber und das war eine neue Erkenntnis, der Mond kam wieder, wenn er am dritten Tage auferstand.

So wurde der Mond zum Symbol des Werdens und Vergehens, aber auch des Wiederwerdens. Der Mond war der Atem Gottes, die Seele, die im Menschen lebt. Sein Rhythmus deckte sich mit dem Rhythmus der Frau, war identisch mit der Kraft des Gebärens.

 Man suchte den Zusammenhang zwischen Sonne und Mond und man erkannte, dass zwölf Mondumläufe einem Jahresumlauf der Sonne in etwa entsprachen. Also teilte man den Jahresumlauf der Sonne in zwölf Mondabschnitte.

So wurden diese zwölf Abschnitte benannt, mit Namen, die dem Kern der Sache entsprechen sollten, so ergaben sich über die Zeiten die zwölf Tierkreisabschnitte, wobei die Namen der Sternbilder nur Paten waren.

Unterschied zwischen Esoterik und Exoterik

In der Esoterik wird alles in der Entwicklung gesehen, in der Exoterik aber als Ablauf eines Geschehens. Dieser gewaltige Unterschied wurde auch in der Himmelsbetrachtung deutlich. Exoterisch läuft ein Jahr mehr oder weniger wie das andere ab, esoterisch entwickelt sich alles von Jahr zu Jahr wie in einer Spirale, die sich von der Erde zum Himmel emporrankt.

Das Erkennen, in welchem Verhältnis die Sonne zum Mond steht, ist exoterisch, die Bilder jedoch, die sich daraus für die Seele ergeben, sind esoterisch. Für den eingeweihten Suchenden sind es wahre Bilder, wahre Botschaften des Himmels.

Die esoterische Astrologie

Nun deuten wir auch in der esoterischen Astrologie die Bilder des neugeborenen und des sterbenden Mondes als Zeichen des Himmels, dass alles lebt, dass aus dem Tod die Wiedergeburt entsteht und aus der Geburt der Tod. Im Frühling, also wenn die Sonne im Zeichen Widder steht, erwacht die Natur, und im Herbst, wenn sie im Zeichen Waage steht, beginnt das Sterben.

Das eine bedingt das andere, der Mann die Frau, die Frau den Mann, der Tag geht der Nacht entgegen und diese wieder dem Tag. Im Jahresablauf der Sonne heisst dies, auf die Tierkreisabschnitte bezogen, dass die einzelnen Sonnenstellungen in diesen Abschnitten sich zum Gegenabschnitt entwickeln müssen.

Die sich gegenüberliegenden Tierkreiszeichen ergänzen sich also. Hat die Sonne im Zeichen Widder Aufbruchskraft, muss sie zum Ausgleich sterben. Den findet sie im Zeichen Waage, aber auch hier darf sie nicht verweilen, weil Ausgleich Stillstand bedeuten würde, so schön einem Harmonie auch vorkommen mag.

So ist in der esoterischen Astrologie, betrachten wir einen Tierkreisabschitt, auch immer der gegenüberliegende Abschnitt mit in die Betrachtung aufzunehmen.

 So ergeben sich die sechs Achsen:

Widder – Waage – Widder

Stier – Skorpion – Stier

Zwilling – Schütze – Zwilling

Krebs – Steinbock – Krebs

Löwe – Wassermann – Löwe

Jungfrau – Fische – Jungfrau

Auf deren Deutungen im einzelnen  möchte ich hier nicht eingehen, diese sind einerseits im Werk von Bernd Mertz: „Die Esoterik in der Astrologie“ aber auch vielen anderen guten astrologischen Werken entnehmbar.

 Tor Zwei: Seele und Bewusstsein –  Sonne und Mond – Licht und Schatten

Der Tierkreis, die erste grobe astrologische Einteilung, die jedoch auch Grundlage für den Kalender darstellt, wurde durch das Ineinandergreifen der Zeitgesetze von der Sonne und Mond – wie geschildert – bestimmt. Sonne und Mond stellten die Basis der Himmelsbeobachtung in bezug auf den Ablauf irdischer Geschehnisse dar. Erst viel später wurde Astrologie auf den einzelnen Menschen bezogen.

Vom Tierkreis her gesehen beherrscht die Sonne die Abschnitte Widder, Stier, Zwilling, Krebs, Löwe und Jungfrau – hier sind die Tage länger als die Nächte.

Der Mond dagegen beherrscht Waage, Skorpion, Schütze, Steinboch und Fische – hier sind die Nächte länger als der Tag.

Frühling und Sommer gehören also zur Sonne, Herbst und Winter zum Mond.

In Bezug auf die Elemente wirkt der Mond auf Wasser und Erde (in Anlehnung an seine exoterischen Wirkungen wie Ebbe und Flut), also die passiven Elemente, während die Sonne auf Luft und Feuer wirkt, die aktiven Elemente.

Sonne = Tag = Bewusstsein = Aktiv = Männlich

Mond = Nacht = Unbewusstes = Passiv = Weiblich

Die Sonne ist, durch ihre Stellung auf den Tierkreis bezogen, entscheidend für die Aufgabe des Menschen. Der Tierkreis spielt in dieser realen Bedeutung für den Mond keine so große Rolle. Der Stand der Sonne ist ausschlaggebend für das Geburtsdatum, also für den Anfang des Lebens; erst danach werden die einzelnen Planetenstellungen errechnet.

Danach entscheidet sich, man ist Löwe, Stier, …. Dies gilt für das reale, messbare, irdische Leben von der Geburt bis zum Tod. Der Mond symbolisiert den Atem Gottes, die Seele, das Unsterbliche, das im Großen gesehen unabhängig von der Sonne ist, wenn auch meist für die Deutung eines Horoskopes wichtiger.

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4 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Trackback: Über die Astrologie als Teil der Esoterik « Spiritualität und Ethik
  2. Meike
    Jul 17, 2012 @ 12:25:30

    Vielen Dank für diesen Artikel, der sooo viele Informationen enthält und den ich mit großem Interesse gelesen habe. Hach, es ist immer wieder spannend, auf deiner Seite zu stöbern.
    Liebe Grüße!
    PS: Hey, ich werde dich gleich mal auf Vivendo als Linkpartner eintragen. Deine Liste der abonnierten Blogs finde ich toll – wie hast du das denn hinbekommen, mit den Bildern und so? *grübel* Muss ich mal schauen, ob das bei mir auch so geht. 🙂

    Antwort

    • Violet Teki
      Jul 17, 2012 @ 13:33:11

      Danke für Deinen Kommentar. Ich hoffe, ich schaffe die Fortsetzungen in der Urlaubszeit. Ich wollte mal ein wenig Klarheit schaffen über die Astrologie, die ja immer in so zweifelhaften Ruf steht – so zwischen (unerfüllbaren naturwissenschaftlichen) Vorhersagedruck und Scharlatanerei, aber eigentlich ist es tiefes mystisches Wissen, wenn man es richtig verwendet, was natürlich in BILD und Kronen-Zeitung und GALA und solchen Magazinen nicht so wirklich der Fall ist.

      Danke für die Linkpartnerschaft, ich werde Deinen (Euren) Vivendo-Blog auch aufnehmen bei mir, weiss nur noch nicht wie. Achso, ja, seitlich seid ihr ja schon drauf. Da gibts ein eigendes Widget beim Design (Abonnierte Blogs oder so heisst das bei mir).
      Liebe Grüße zurück!

      Antwort

  3. Trackback: Spirituelle Wege – Teil 1 « Spiritualität und Ethik

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